Das digitale Bild ist per se eine Abstraktion, ein Code, der aus nur 2 Werten besteht: 0 und 1. Egal ob wir eine digitale Reproduktion eines Van Gogh Gemäldes sehen oder ein digital abstraktes Bild wie Z.Bsp. im Beitrag von Sabrina Ratté, das Grundgerüst beider Beispiele ist ein binärer, d.h. zweiwertiger, dimensionsloser Zustand; das Bit (Binary Digit). Ist der Zustand vorhanden, hat das Bit den Wert 1, ist der Zustand nicht vorhanden, hat es den Wert 0. Ein Bit kennt also nur zwei Zustände: 1 oder 0, ja oder nein, auf oder zu.

 

02

 

Wir alle kennen das Bit, aber nur wenige kennen Claude Shannon (1916-2001), einen der bedeutendsten Wissenschaftler des 20. Jahrhunderts. Am 15. Juli 1948 verwendet der Mathematiker Claude Shannon erstmals den Begriff «Bit».

Die gesamte Wissenschaft der Informationstheorie basiert auf einem Papier, das Shannon 1948 als 32-jährige Forscher an den Bell Laboratories veröffentlichte, «A Mathematical Theory of Communication». Shannon zeigte darin, wie die einst vage Vorstellung von Information definiert und genau quantifiziert werden konnte. Er demonstrierte die wesentliche Einheit aller Informationsmedien und zeigte auf, dass Text, Telefonsignale, Radiowellen, Bilder, Film und jede andere Art der Kommunikation in einer universellen, allgemeingültigen Sprache codiert werden kann, der Sprache der Binärziffern 0 und 1. Das Revolutionäre dieser Entdeckung war die Möglichkeit, einmal codierte Information fehlerfrei zu übertragen. Bisher mussten Tonsignale so häufig verstärkt werden, dass oft nur noch Rauschen übrig blieb. Binäre Codes werden an einem Ende der Leitung codiert und am anderen Ende decodiert. Mit diesem Verfahren lassen sich bis heute lange Übertragungswege ohne Informationsverlust zurücklegen.

Claude Shannon ist also verantwortlich, dass das, was ich hier schreibe, überhaupt gelesen werden kann, und dass die Bilder, die ich hier poste, richtig codiert und decodiert werden und nicht im grossen Rauschen irgendwo im Äther verloren gehen. Claude Shannon, – DANKE!!

 

Amazing Mouse
Claude Shannon with «Theseus» Maze-Solving Mouse, 1952

 

Mehr über das Genie Shannon und sein wunderbares Wesen unter:
– «Erfinder: Das Leben des Seltsamen» von Frank Thadeusz
«Claude Shannon: Reluctant Father of the Digital Age» by M. Mitchell Waldrop
«Claude Shannon – Information Theory And More» by Historian

 

Ich selbst habe ein sehr schlechtes mathematisches Verständnis, und die digitale Abstraktion des «Binary Digits» kann ich zwar bis zu einem gewissen Grad logisch nachvollziehen, aber in seiner Konsequenz bleibt es für mich ein grosses, unglaublich faszinierendes Mysterium. Die Faszination gilt auch der Person Claude Shannon, dessen außerordentlichen bis skurrilen Erfindungen, die vom Flugabwehrsystem, (das im zweiten Weltkrieg die deutsche V1 und V2 im Visier hatte), bis hin zu mechanisch jonglierenden Clowns reichen. 2001 starb Claude Shannon, von der Öffentlichkeit nahezu vergessen, an Alzheimer.

 


«Claude Shannon – Father of the Information Age» Documentary by University of California Television (UCTV)

Considered the founding father of the electronic communication age, Claude Shannon’s work ushered in the Digital Revolution. This fascinating program explores his life and the major influence his work had on today’s digital world through interviews with his friends and colleagues.
–https://youtu.be/z2Whj_nL-x8

 

03c
Sentence: «Sometimes i think like a computer» in binary code via www.convertbinary.com

 


«Speaking Binary» Video by Matthew Butler

«This is a conceptual translation of the sentence «Sometimes I think like a computer.» into binary, where each letter is represented by a string of 8 ones or zeros. 1=YES 0=NO. Some people believe that the entire universe is the result of a series of yes-or-no choices that take place at the quantum level. Others believe the entire universe is contained within the human mind. Some feel that our mind is just a computing device. I haven’t made up mine yet. Maybe.»
– Matthew Butler

Share on FacebookTweet about this on TwitterPin on Pinterestshare on TumblrGoogle+Share on LinkedIn

Written by Esther Hunziker